Chaordisch und in Beziehung – Bildungsveranstaltung für Bildungsveranstalter

Mehr als 60 Bildungsmenschen waren gekommen: aus Akademie- und Jugendarbeit, Umweltbildung und Kita, unterschiedlicher konnten sie nicht sein. Menschen aus vier Bundesländern arbeiten im Workshop „Mehr Motivation! Oder: Wie interessiere ich Menschen für meine Bildungsveranstaltungen?“, zu der die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Erwachsenenbildung und das Christian Jensen Kolleg nach Breklum einluden. Zwei Referenten brachten die Teilnehmer zum Arbeiten, so dass aus Teilnehmern dann „Teilgeber“ wurden, ein zentrales Ziel des Bildungsansatzes, der auf der Breklumer Tagung vermittelt wurde: Dass die Teilnehmenden aus der Konsumentenhaltung in eine aktive, mitgestaltende Rolle gelockt werden. So geschehen: in Kleingruppen zeigten sich, dass eine illustre Runde von Expertinnen und Experten zusammengekommen waren, die ihre Kompetenz willig teilten. Der Journalist und Moderator Michael Gleich beschrieb in seinem Impuls-Referat dieses Phänomen als „die Weisheit der Vielen“. Er beobachtet, dass es oftmals an Risikobereitschaft fehlt, statt einmal Neues zu wagen („Angst essen Seelen auf“) und empfahl stattdessen eine „chaordische“ Veranstaltungsdramaturgie. Auf Grundlage ordnender Planung enthält sie genügend Raum für chaotische Elemente, um auf die Fragen und Bedürfnisse der Gäste und der Situationen einzugehen. Hinweise zum „Plan B“ gab der Eventmanager Volker Petri, der im Auftrag einer Hannoveraner Buchhandlung größere und kleinere Veranstaltungen organisiert. Überhaupt: die gründliche Vorbereitung… Vom Parkplatz bis zu den Toiletten, vom Catering bis zur Versorgung der Referenten: es gibt viel zu bedenken. Im Kern gehe es aber stets um Beziehungsarbeit, darum, Gäste einzuladen und sich darauf professionell vorzubereiten. Petris Impuls bot den Transfer vom Buchhandel zur Bildungsarbeit an. Beide Bereiche sind ähnlich herausgefordert, ließe sich also in den Lösungsstrategien voneinander lernen? Die Workshops zeigten: ganz gewiss! Die Organisatoren Jutta Meyer (EAE) und Friedemann Magaard (CJK) zeigten sich am Ende dann auch hoch zufrieden, dass das Konzept dieser Bildungsveranstaltung aufgegangen war. Überraschend viele Menschen waren motiviert, zu diesem Thema nach Breklum zu kommen, motiviert waren am Ende Teilnehmer, Referenten und Veranstalter – und genau so soll es doch sein!

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