Bildungskonzeption

1.Bildung: Auftrag und Herausforderung

  • Das CJK ist ein kirchliches Bildungszentrum in besonderer Lage: unter weitem Himmel, zwischen Marsch und Geest, nahe dem Weltnaturerbe Wattenmeer lädt das CJK zur Auseinandersetzung mit der Welt, der Umwelt und der eigenen Person ein.
  • Bildung ist ein zentrales Anliegen der evangelischen Kirche: Menschen in ihrer Kompetenz zu stärken, sich selbst und die Welt zu verstehen und zu gestalten.
  • Das CJK bezieht dazu christliche Tradition und aktuelle Herausforderungen in Gesellschaft und Kirche aufeinander.
  • Die Bildungsarbeit im CJK ist der evangelischen Mündigkeit und damit der Freiheit verpflichtet. Das CJK erhebt eine protestantische Stimme in der politischen und zivilgesellschaftlichen Öffentlichkeit.

 

  1. Zielgruppen der Bildungsangebote

2.1.Das CJK ist offen für alle, die im kirchlichen und öffentlichen Bereich Verantwortung haben oder übernehmen und sich dazu bilden möchten.

2.2.…offen für Gruppen, die die Angebote des CJK nutzen oder eigene Angebote in Kooperation mit dem CJK umsetzen.

2.3.…offen für zivilgesellschaftliche, öffentliche und privatwirtschaftliche Gruppen.

2.4.… offen für kirchliche Gruppen aus dem Ehrenamt, dem Hauptamt und dem Pfarramt, auch über den Sprengel Schleswig und Holstein hinaus.

2.5.…offen für Menschen, die Erfahrungen in Spiritualität oder im Bereich globalen und ökumenischen Lernens suchen.

 

  1. Lernziele am Lernort CJK – zum Bildungsbegriff

3.1. Der Bildungsbegriff im CJK ist erfahrungs- und handlungsorientiert. Bildungserfahrungen bestärken Menschen, suchen das befreiende Wort und die Tat, die Freiheit ermöglichen. Sie schaffen neue Räume zum Verstehen und zum Handeln.

3.2. Lernziele der Bildungsarbeit im CJK:

3.2.1. Das CJK fördert die Selbstbildung in Gemeinschaft. Ziel ist, in Verantwortung vor dem Schöpfer und den Mitgeschöpfen die individuelle Urteilsfähigkeit zu stärken sowie Impulse zur Horizonterweiterung, zur Sinnsuche und Persönlichkeitsbildung zu setzen.

3.2.2. Das CJK unterstützt den Kompetenzerwerb (Wissen, Einstellungen, Fertigkeiten, Werte, kritisches Urteilsvermögen) für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft.

3.2.3. Das CJK ermöglicht Lernchancen zu Vertrauens-, Gewissens- und Herzensbildung.

 

3.3. Lernort CJK

3.3.1. Das CJK wird ein Ort der Beheimatung auf Zeit, ein Lern- und Begegnungsraum. Das CJK schafft eine gute Lernumgebung.

3.3.2. Hier finden Diskurse zwischen Partnern und Akteuren, Entscheidungsträger_innen und Expert_innen in Fachtagungen, Seminaren, Moderationen statt.

3.3.3. Das CJK ist Kompetenzpartner für Kirchengemeinden, Einrichtungen von Kirchenkreisen, der Nordkirche, der Diakonie, ein Lernort im und für den Sprengel Schleswig und Holstein.

3.3.4. Das CJK bietet einen möglichst barrierefreien Lern- und Lebensraum für Menschen mit und ohne Behinderung.

3.3.5. Als kirchliches Bildungs- und Tagungszentrum leistet das CJK einen Beitrag zur Entwicklung eines nachhaltigen kirchlichen Tourismus.

3.3.6. Die Lage nahe an dem Weltnaturerbe Nationalpark Wattenmeer, die Vernetzung mit den anderen Nationalpark-Partnern und die nachhaltige Ausrichtung des Tagungshauses durch bio-fair-saisonale Beschaffung macht das CJK zu einem Erfahrungsort für Bildung für Nachhaltige Entwicklung.

 

  1. Lernbereiche:

4.1. Nachhaltigkeit

Als zertifiziertes Bildungszentrum für nachhaltige Entwicklung treibt das CJK den gesellschaftspolitischen Diskurs voran und bezieht dazu aktuelle politische Herausforderungen ein. Das CJK nimmt Partei für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und fördert damit die Entwicklung von Nachhaltigkeit in ihrer ökonomischen, sozialen und ökologischen Dimension.

Das CJK schafft einen Lernort, an dem Erfahrungen mit der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien gemacht werden. „Das Wort“ und „die Tat“ werden aufeinander bezogen. Mit Spannungen bei dieser Umsetzung geht das CJK möglichst transparent um.

4.2. Dialogische Kompetenz

Das CJK führt Menschen aus unterschiedlichen religiösen, politischen, gesellschaftlichen Kontexten zusammen und unterstützt die Einübung von dialogischer Kompetenz. Dazu gehören interreligiöse Begegnungen sowie gesellschaftliche Bündnisse über parteipolitische Grenzen hinweg. Aus dem traditionellen Missionsort ist ein Ort ökumenischen Lernens, interreligiöser Begegnung und globaler Verantwortungsgemeinschaft geworden.

 

4.3. Transformation

Das CJK führt verschiedene Akteure zusammen, die aktiv an den Transformationsprozessen mitwirken wollen, die alle Dimensionen des öffentlichen und privaten Lebens betreffen. Damit unterstützt sie Bündnisbildungen im Sinne nachhaltiger Entwicklungen.

 

4.4. slow tourism

Als gastfreies Haus der Kirche ermöglicht das CJK Erfahrungen mit einem verlangsamten und darin vertiefenden Tourismus. Angebote zu Natur und Kultur der Region ergänzen Möglichkeiten, um in ruhiger und angenehmer Umgebung sich selbst zu begegnen. Zur Spiritualität des Ortes kommen gezielte Angebote zur spirituellen Vertiefung hinzu.

 

4.5. Leben auf dem Land

Das CJK thematisiert die Herausforderungen der Entwicklung ländlicher Räume zwischen Marsch und Ostseeküste für das Gemeinwesen und die Kirche. Das CJK vernetzt verschiedene gesellschaftliche Gruppen als Lobbyisten der ländlichen Räume. Kirchengemeinden und Kirchenkreise erhalten Impulse, sich unter verändernden Bedingungen sich innerlich und strukturell neu auszurichten.

 

4.6. Leben im Grenzland

Als Bildungszentrum im dänisch-deutschen Grenzland gestaltet das CJK Formen des Austausches und der Zusammenarbeit über die politischen Staatsgrenzen hinweg. Dänische-deutsche Begegnungen dienen dem gemeinsamen Lernen und verstetigen das Miteinander in einer Vorbildregion europäischer Verständigung.

 

4.7. Utopie

Die Bildungsarbeit des CJK ist offen für Transzendenz und Utopie. Sie entwirft Bilder für die Zukunft, die über das Vorfindliche hinaus gehen. Darin orientiert sie sich an prophetischen Visionen und der biblischen Rede von den Gottesreich-Gleichnissen.

4.8.

Zukünftige Fragestellungen werden neue inhaltliche Schwerpunktsetzungen nötig machen.

 

  1. Bildungspartner

5.1. Die Bildungsarbeit im CJK gelingt nur durch ein Netzwerk aus Kooperationen. Auf dem Breklumer Campus entsteht eine Lehr- und Lerngemeinschaft.

5.2. Die Bildungspartner des Zentrum für Mission und Ökumene, besonders durch die Referent_innen in Breklum, und des Evangelischen Regionalzentrums Westküste sind in die Bildungsprozesse eingebunden und füllen mit ihren Inhalten das Profil des Ortes.

5.3. Darüber wirken zahlreiche kirchliche, öffentliche und zivilgesellschaftliche Partner bei der Bildungsarbeit im CJK mit.

5.4. Das CJK sucht Kooperationen mit anderen Bildungshäusern und findet sie im Haus am Schüberg (Kirchenkreis Hamburg Ost), im Akademiezentrum Sankelmark (Grenzverein), im Theologisch-Pädagogischen Zentrum Lögumkloster (Dänische Kirche) und im katholischen Tagungshaus St. Arbogast (Vorarlberg/Österreich).

5.5. Mit dem hohen Vernetzungsgrad vermittelt das CJK, das erfolgreiche Entwicklungsstrategien auf Kooperation statt auf Konkurrenz setzen.

 

  1. 6. Qualifikationen und Qualität

Teilnehmende erhalten Teilnahmebescheinigungen. Zertifizierte Abschlüsse können für einige Angebote (z.B. „Mitarbeitende qualifiziert führen“) erteilt werden. Für einige Angebote kann Bildungsurlaub beantragt werden. Im CJK wird die Bildungsarbeit kontinuierlich evaluiert.

 

Breklum, 02.12.2014

Friedemann Magaard, theologischer Leiter

 

Schreibe einen Kommentar