Die Datteltäter in Abrahams Zelt – Das erste Satire-Kalifat bereichert die interreligiöse Begegnung

Mit bitterböser Parodie entlarven sie den IS und seine Sympathisanten. Eine Gruppe junger Berliner gründete 2015 das erste deutsche Satire-Kalifat: Muslime und Nichtmuslime, Männer und Frauen, Studenten, Auszubildende und Berufstätige. Das Lachen bleibt ab und zu im Halse stecken. Im Christian Jensen Kolleg präsentieren die Datteltäter am Samstag, 04.03., um 19 Uhr ihr Live-Programm. Der Mix aus Poetry und Youtube-Einspielern setzt ein starkes Zeichen gegen Fanatismus und Intoleranz, mit reichlich guter Laune.
Zum festen Kern gehören neben dem Erfinder des ersten islamischen Slam-Contest („I-Slam“) Younes Al-Amayra auch die Studentinnen und Poetry-Slammerinnen Nemi El-Hassan und Farah Bouamar (Paderborn) sowie der Student Fiete Aleksander. Marcel Sonneck ist bisher der einzige Christ im Team. Zusammen sind sie die „Datteltäter“. So heißt auch der YouTube-Kanal, den sie gerade gestartet haben: der erste deutsch-muslimische Satire-Kanal im Netz.

Der Abend ist Teil der interreligiösen Begegnung „Zu Gast in Abrahams Zelt“ statt, kann aber unabhängig von der Tagung besucht werden. Unter dem Motto „Geld, Gier, Gerechtigkeit“ findet vom 02. Bis 05. März die Interreligiöse Begegnung mit
Muslimische, jüdische und christliche Vorstellungen zu Wirtschaftsethik in Breklum statt.

„Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen!“ Im Faust bringt es Johann Wolfgang von Goethe auf den Punkt. Ums Geld geht es zumeist, und beim Geld hört nicht nur die Freundschaft auf. folglich haben sich die drei Religionen, die sich auf Abraham beziehen, jeweils viele Gedanken um die Wirtschaftsethik machen müssen. In den heiligen Schriften von Juden, Christen und Muslime ist vom Mammon zu lesen, von rostigen Schätzen und von der Pflicht, sein Geld mit Armen zu teilen.
Dass Besitz zu Verantwortung verpflichtet und dass Gier den Charakter verdirbt, ist durchaus interreligiöses Allgemeingut. Im Detail wird die Sache aber interessant: Steht Armut für Gottesferne oder ist sie ein Zeichen für inneren Reichtum? Welche religiösen Pflichten leiten sich aus Vermögen ab? Und wie kommen Kamele durch die Öse einer Stopfnadel? Gibt es einen interreligiösen Konsens zum Bedingungslosen Grundeinkommen? Es gibt viel zu reden!
Muslime, Juden und Christen lernen einander gerade in alltäglichen und feiertäglichen Gewohnheiten kennen – in den Zeiten, in denen die deutsche Gesellschaft bunter und vielfältiger wird, besonders wichtig. Als Referenten wirken Dr. Ali-Özgür Özdil, Imam und Leiter des Islamischen Wissenschafts- und Bildungsinstituts Hamburg (IWB), Yuriy Kadnikov, Rabbiner der liberalen jüdischen Gemeinde Hannover „Etz Chaim“ sowie Astrid Buchin, stellvertretende Pröpstin im Kirchenkreis Dithmarschen mit. Informationen zur Tagung von IWB, Jerusalem-Akademie, ZMÖ und CJK unter info@christianjensenkolleg.de oder 04671-91120.

Dieser Beitrag wurde unter Ankündigung, Veranstaltung abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar