Ein essbarer Wald – Permakultur in Theorie und Praxis Zwei Seminare: zum Denken, Visionieren, Gärtnern

Edouard van DiemFlyer Permakultur

Edouard von Diem entwickelte bei den „Tagen der Utopie“ ein Modell des Gartenringdorfes als Entwicklungschance der ländlichen Räume. Der Permakultur-Experte bringt nun die utopischen Ideen auf die Erde. In Breklum einsteht ein „essbarer Wald“.

Permakultur (engl. /permanent agriculture/) ist eine ökologische Planungsstrategie, deren Schwerpunkt mit der Planung von komplexen, sich selbst erhaltenden Landnutzungssystemen begann. Eines der dauerhaftesten Landnutzungssysteme ist der Waldgarten. Nach dem Vorbild der natürlichen Wälder und Waldränder wird hierbei ein ganzes System so entworfen, das den Prinzipien des Naturwaldes ähnelt.

Auf dem Gelände des Christian Jensen Kolleg wird im Oktober ein solcher Waldgarten angelegt, als Praxisbeispiel zweier Seminare, die der Hamburger Permakultur-Experte Edouard von Diem in Breklum durchführt.

Permakultur erweist sich als ein Methodenkoffer, der – gepaart mit einer genauen Beobachtung der Natur – Erkenntnisse zutage fördert und diese gezielt für die Gestaltung von Systemen verfügbar macht. Die grundlegenden Prinzipen, die das erste Seminar entwickelt, sind im eigenen Garten ebenso anwendbar wie für Planungen für ganze Gemeinschaften, Dörfer oder Kommunen. Sie wirken nach dem Vorbild der Natur in Richtung einer zukunftsfähigen Entwicklung.

Die beiden Seminare, die auch einzeln zu besuchen sind, richtet sich an Permakultur- Einsteiger und Interessierte. Van Diem beschreibt das Ziel, dass grundlegende Begriffe und Methoden der Permakultur erarbeitet werden: „Menschen erhalten hier eine fundierte Orientierung, wenn sie das Ziel haben, Permakultur im privaten zu nutzen oder in beruflichen Kontexten zu integrieren.“

Dass am Modell gearbeitet wird, macht die Veranstaltungen besonders praxisorientiert. Das Christian Jensen Kolleg als Bildungszentrum für Nachhaltige Entwicklung wird einen „essbaren Wald“ anlegen: eine der konkreten Umsetzungen, die die „Tage der Utopie“ angeregt haben. Von Diem arbeitet gern mit dem Modell eines Waldes: „Die ungeheure Produktivität von Wäldern rührt vor allem daher, dass in ihnen viele Nischen in Raum und Zeit ausgenützt werden und die Pflanzen Funktionen für das gesamte System übernehmen. Sie leben oft in Symbiose und unterstützen sich gegenseitig in einem komplexen System.“ Der nachhaltige Gartenfachmann orientiert sich an dem Pionier auf dem Gebiet, dem Briten Robert Harts: „Er achtete bei seinem Wald zusätzlich darauf, dass alle Pflanzen auch einen direkten Nutzen für den Menschen hatten, in Form von Nahrung oder Medizin. So ersetzte er die Schichten des Waldes mit Nutzpflanzen, pflanzte für die Baumschichten Obstbäume, als Sträucher Fruchtsträucher. Darunter kamen Kräuter, mehrjähriges Gemüse und Knollengewächse. Vertikal und horizontal ließ er Bohnen, Wein und sogar Kiwis ranken. Eine dichte nährende Wildnis, die nach der Pflanzphase kaum Pflege benötigte, da sie fast ausschließlich aus mehrjährigen Pflanzen bestand.“

Neben theoretischen Erklärungen, geht es vor allem um Visionierung, Konzeptionierung und um die konkrete Umsetzung des Gartens, also Bodenbearbeitung, Bäume-Pflanzen, Begleitpflanzen setzen und Gründünger Aussaat.

Informationen zu den Seminaren „Permakultur Einführung – Waldgarten für Planer, Sucher, Selbstversorger und Zukunftsgestalter“ (30.-31.08.) und „Permakultur -Praxisseminar Waldgarten. Ein ‚essbarer Wald‘ in Breklum“ (25.-26.10) unter 04761-91120 oder info@christianjensenkolleg.de.

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