Ein Volk ohne Visionen geht zugrunde – ein Kommentar

Dass ein Volk ohne Visionen zugrunde geht, steht schon in der Bibel. Eine Gesellschaft braucht gelingende Zukunftsbilder, da ist sich Friedemann Magaard, noch theologischer Leiter im Christian Jensen Kolleg, sicher. Und deshalb gibt es die Tage der Utopie.

Wie könnte es sein, wenn es gut wird? Diese Fragestellung ist bei Zukunftsexperten eher selten. Normalerweise reden Menschen, wenn sie die kollektive Zukunft beschreiben, eindrücklich von Krisen und Katastrophen. Weil die aktuellen Krisen sehr komplex sind. Umwelt-, Klima- und Hungerkrisen hängen miteinander zusammen, Migrationsprozesse, Finanzkrisen, endliche Ressourcen. Und manche Krisen mehr. Alles miteinander verbunden, Entscheider in dies alles verstrickt und verknotet.
Und doch: Wir müssen auch miteinander reden, dass es gut werden kann und wie das dann aussieht. Ohne Hoffnungsbilder keine Kraft, ohne Ermutigungen keinen Antrieb. Ein Volk, das keine Hoffnungsbilder hat, keine Visionen, das geht kaputt. Es wird müde, zynisch, verbittert. Es baut Mauern, schottet sich ab, „me first“ und „national first“ steht auf den Fahnen.
Die Kirche hat etwas zu tun. Sie muss Mut machen, zur Hoffnung anstiften. Und sie kann es. Die Bilder gelingenden Lebens sind da, in der Tradition, in der Heiligen Schrift, in der Gemeinschaft, die mit dem Geist der Hoffnung erfüllt ist. Eine Kirche, die die Mutmacher versammelt, ist ganz bei ihrer Sache. Eine Kirche, die den Utopien Raum gibt. Das tut schon ihr selbst gut. Wie viel mehr den anderen, die auf Zuspruch warten. Wach und ehrlich und manchmal ratlos und verzagt, so tasten wir uns alle gemeinsam in die Zukunft. Bester Proviant ist die Ahnung, dass es trotz aller Krisen gut werden kann. Die Sehnsucht danach ist eine Kostbarkeit, die der Heilige Geist uns schenkt. Nicht mehr, nur eine Sehnsucht, aber auf keinen Fall weniger als eine himmlische Geistgabe!

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