Nach der Utopie kommt der Alltag – ein Kommentar

Die „Tage der Utopie 2013“ sind vorbei. Nach dem Festival kommt Alltag. Doch die Utopie hinterlässt Spuren. Das Haus in Breklum wird nicht einfach so weitermachen wie zuvor, weiß Friedemann Magaard, theologischer Leiter des Christian Jensen Kolleg.

Ich habe erstmal renoviert. Am Wochenende nach den „Tagen der Utopie“, nach sechs Tagen intensiver Denk- und Redearbeit mit herausragenden Expertinnen und Experten, mit spannenden Teilnehmenden brauchte ich einen Methodenwechsel. Möbel rücken, Malerpinsel in die Hand, ein frisches Weiß. Hinterher saubermachen. Bei mir zuhause war Handarbeit angesagt, eine gute Maßnahme, um den Kopf klar zu bekommen, Gedanken zu sortieren. Erdungen.

Jetzt also geht es weiter. Alltag im Christian Jensen Kolleg. Gruppen begrüßen heute, ein Studientag nächste Woche, Programmplanungen für den Herbst. Aber eine Spur zieht sich durch von den Feiertagen der Utopie in den Alltag des Bildungshauses hinein. Das Netz von Verabredungen zwischen den Teilnehmenden beeindruckt mich. Auch das CJK selbst haben sie, haben wir gemeinsam in die Pflicht genommen. Ob es tatsächlich einen „Umsetzungsverein“ in Nordfriesland geben wird? Einen Kunst- und Gesellschafts-Dialog zwischen südenglischen Küste und unserer Westküste? Eine neue Bildungsinitiative im ländlichen Raum? Etliche Teilnehmende beginnen an ihrem Ort mit der Umsetzung. Ich ahne, jetzt wird es konkret. Utopie will Realität werden.

Während der Tage der Utopie wehte in Breklum ein freier Geist. Kaum dass Kopfscheren den Gedankenfluss beengten. Den Luxus des inneren Freiraums verglich Katharina Gralla mit dem Nardenöl, mit dem die namenlose Frau Jesus salbte – die biblische Szene inszenierte Pastorin Gralla am Sonntagmorgen, zur „Geistzeit“. Zeit zu haben, einen Raum, einen Ort, Impulse, und das alles in inspirierter Gemeinschaft – das luxuriös. Feiertag in Breklum. Ein Festival für die Kirche. Nun strahlt das Fest in den Alltag. Jetzt kommt Handwerk. Mit neuer Lust am Gelingen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar