Ortsbestimmungen – Die Tage der Utopie erfahren

Ein Resumee von Michael Schäfer, Kurator aus Hamburg, der gemeinsam mit den Kuratoren Edda Jones, Künstlerin aus Drage, Jonas Krone, Student aus Hamburg, und CJK-Leiter Friedemann Magaard das Festival in Breklum gestaltete.  

Gar nicht so leicht in die Zukunft zu kommen. Bis nach Breklum musste man reisen, um eine Landschaft zu betreten, die wie eine Blaupause kommender Entwicklungen wirkt. Wären uns am Ende, so am 10.April gegen 12.00 Uhr die prognostizierten Krisen unserer wohl eingerichteten Welt überraschend um die Ohren geflogen (Gott sei Dank nicht) und alle unsere Referenten wären noch da, dem Christian Jensen Kolleg entströmten rettende und mutmachende Impulse, wie ein wirklich gutes Leben des vom Aussterben bedrohten „HomoKonsumensis“ sich anfühlen kann.

Das, was vor den Tagen der Utopie noch Potentiale waren, sind ab jetzt konkrete Vernetzungen zwischen Hamburg und Flensburg mit Zero CJK in der Mitte.

In zwei Jahren wird der Charakter der Tage der Utopie geprägt sein von den Veränderungen, die aus den diesjährigen TdU3 angestoßen wurden:  für die Bildungslandschaft Nordfrieslands mit dem Netzwerk von Rock your life in Zusammenarbeit, die Unternehmenskultur Deutschlands durch CareerMoves und die unternehmerischen Erfahrungen Gregor Demblins, für die Wiederaneignung und Pilotierung von Projekten nach dem Wahn des Wachstumsgedankens durch die nicht enden wollenden Impulse Niko Paechs, permakulturellen Prozessen, die eben nicht im urbanen Gardening ihre Entsprechung finden, sondern vor allem durch die Attraktivität dieses Prozesses für den ländlichen Raum und einem umfassend geklärten Verhältnis zwischen  Initiativkraft und Geld, wenn es mit überprüfbarem Sinn investiert wird.

Den Komponisten Jens Fischer und Walter Zimmermann sowie dem Sonar Quartett eine Verbeugung. Denn die Musik dieser Qualität begrüßt uns bereits in einem Land konzentrierter und spielerischer Aufmerksamkeit und Vielfalt, das zu betreten wir uns auf den Weg gemacht haben.

Es bleibt das Bild einer vielfältigen Welt voller bunter Energie, in dem „junge“ und „alte“ Entwürfe sich verbinden lassen. Wo Kompromisse des Übergangs zwischen dem „so nicht mehr“ und dem „so geht’s“ verbindende Aktivitäten in Gang setzen, die dem Christian Jensen Kolleg Ausstrahlungskraft in die Regionen Schleswig Holsteins verleihen.

Wir sind gespannt, was die Begegnungen zwischen Unternehmern, SocialEntrepreneurs, Anwohnern und umliegenden Institutionen an konkreten Projekten entstehen lassen und mit welchen Ideen diese in 2 Jahren zurückkehren.

Wenn die Tage der Utopie bisher Versuche waren, gedankliche Impulse zu säen, so sind sie ab jetzt ein Festival der Konkretisierung, Tage des Jetzt, Tage des Los geht´s, Tage des Aufbruchs.

Solche Tage sind auch Ermutigungen für die Kirche, sich mitten unter die Menschen zu mischen, die institutionellen Grenzen zu verwischen und der dauernden Utopie gelebter Spiritualität eine Dimension hinzuzufügen.

Dieser Beitrag wurde unter Nachbetrachtung, Veranstaltung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar