Tage der Utopie – Breklum lädt zum Festival für eine gelingende Zukunft ein

Vom 19.-24.04.2016 im Christian Jensen Kolleg in Breklum findet im Christian Jensen Kolleg in Breklum das Festival für eine gelingende Zukunft statt, die „Tage der Utopie“. An fünf Abenden sprechen Referentinnen und Referenten über ihre Zukunftsentwürfe, die sie aus unterschiedlichster Expertise ableiten. Am jeweilig folgenden Vormittag können Teilnehmende mit den Referentinnen in Workshops vertiefen, konkretisieren und sich verabreden. Einige kommen eine ganze Woche nach Breklum, andere zu einem bestimmten Thema, für einen Abend, für eine Nacht oder für zwei Tage.

Für jeden der Abende ist eine Komposition in Auftrag gegeben worden. Neueste Musik zu innovativen Zukunftsentwürfen, das passt! Die Komponisten kommen aus der Region: Christian Gayed aus Rendsburg (19.04.), Arne Frercks aus Schleswig (20.04. und 21.04.) sowie Gerald Eckert aus Eckernförde (22.04. und 23.04.).

Die Referentinnen und Referenten kommen aus Berlin, Wien und Freiburg und decken ein breites Themenspektrum ab.

ANNETTE JENSEN und UTE SCHEUB, Dienstag,19.04.2016

Annette Jensen und Ute Scheub arbeiteten gemeinsam bei der Tageszeitung (taz), Ute Scheub als Gründungsmitglied (1979) und erste Umweltredakteurin Deutschlands, Annette Jensen später als „Chefin vom Dienst“ (1990) und seit 1993 im taz-Ressort „Wirtschaft und Umwelt“. Beide sind seit über 15 Jahren als freie Publizistinnen und Journalistinnen tätig.
Ute Scheub setzt thematische Schwerpunkte im Bereich der Menschenrechte, der Frauenrechte und der Friedensarbeit. Annette Jensens Spezialgebiet sind die Zusammenhänge von Ökonomie, Ökologie, Arbeit und gesellschaftliche Transformation. Bei den Tagen der Utopie entwerfen die Berliner Publizistinnen den „Plan B“ und entwickeln verschiedene Visionen für eine enkeltaugliche Zukunft, abgeleitet aus konkreten Beispielen der Gegenwart.

KILIAN KLEINSCHMIDT, Mittwoch, 20.04.2016

Kilian Kleinschmidt, 53 wurde 2013 als „Bürgermeister von Saatari“, einem Lager nahe der syrischen Grenze bekannt, weil er die 100.000 Flüchtlinge dort wie Bürger einer Stadt behandelte. Er arbeitet über 22 Jahre als Entwicklungshelfer für das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) unter anderem in Somalia, Ruanda und Pakistan. Im Kosovo-Konflikt koordiniert er die Flüchtlingsrückkehr für die UNO vor Ort. Seit 2014 ist er Flüchtlingsbeauftragter der Österreichischen Bundesregierung und lebt mit seiner Familie in Wien. Er arbeitet inzwischen selbstständig rund um den Globus als „Global Networker“ und Social Entrepreneur, um Lösungen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu finden und um private und öffentliche Akteure miteinander zu vernetzen. Als Gründer und Präsident des Startups „Innovation and Planning Agency“ (IPA), hat er das Ziel, die ungenutzten Ressourcen und modernen Technologien des 21. Jahrhunderts für die Armen der Welt nutzbar zu machen.
(Kilian Kleinschmidt wird am Abend des 20.04. referieren.)

CHRISTIAN HIß, Donnerstag, 21.04.2016

Aufgewachsen ist Christian Hiß, 55, auf einem der ersten Biohöfe Deutschlands in der Nähe von Freiburg/Breisgau. Mit 21 gründete der gelernte Gärtnermeister eine eigene Biogemüse-Gärtnerei. 2006 rief er die „Regionalwert AG Bürgeraktionengesellschaft“ ins Leben und leitet sie als geschäftsführender Vorstand. Das Netzwerk von regionalen Unternehmen und Bürger_innen finanziert die Regionalwert AG lokale und sozialökologisch nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft und bezieht die Bevölkerung in die landwirtschaftliche Wertschöpfung mit ein. Christian Hiß hat mit seinen Mitstreitern dazu ein innovatives Report-System entwickelt, das nicht nur neue Standards im Bereich nachhaltiger Landwirtschaft setzt, sondern den Weg zu mehr Transparenz auch für andere Aktiengesellschaften aufzeigt.
Stadt und Land müssen sich neu aufeinander beziehen. Was die bäuerliche Landwirtschaft einmal zu leisten in der Lage war, denkt Christian Hiß, Social Entrepreneur des Ashoka-Netzwerkes, weiter, größer, grundsätzlicher, als Modell einer souveränen lokalen Versorgungswirtschaft.

FABIAN SCHEIDLER, Freitag, 22.04.2016

2009 gründete Fabian Scheidler, 47, in Berlin das Fernsehmagazin Kontext TV, regelmäßig werden hier Sendungen zu Fragen globaler Gerechtigkeit produziert. Er studierte Philosophie und Geschichte in Berlin sowie Theaterregie in Frankfurt/Main, jetzt wirkt er als Allrounder im besten Sinne. Der Berliner arbeitet als Autor für Fernsehen, Printmedien, Theater und Oper, er war Dramaturg am Berliner Grips-Theater und Programmkoordinator des Attac-Bankentribunals in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (2010). Seine Oper „Tod eines Bankers“ (Musik: Andreas Kersting) wurde 2013 in Görlitz uraufgeführt. Mit seinem Buch „Das Ende der Megamaschine. geschichte einer scheiternden Zivilisation“ (2015) analysiert Fabian Scheidler die Wurzeln ökonomischer, militärischer und ideologischer Zerstörungskräfte – eine kulturhistorische „Dysopie“, also eine Anti-Utopie. Für die „Tage der Utopie“ entwickelt Fabian Scheidler regionale Gelingensszenarien, für einen Ausstieg aus der Megamaschine.

EVA GRONBACH Samstag, 23.04.

Die Berliner Modedesignerin Eva Gronbach, 44 arbeitet mit ihren Entwürfen an den Schnittstellen politischer Verantwortung, nachhaltiger Produktion und Kunst. Sie hat bei Yamamoto, Galliano und Hermés gelernt. Sie ist Dozentin für Modedesign in Berlin und hat ihre im Auftrag des Bundesinnenminsteriums im letzten Jahr zur 25 Jahrfeier der Maueröffnung entwickelte Retrospektive als Liebeserklärung in Deutschland präsentiert. Zuwanderung ist für die gebürtige Kölnerin nicht erst seit sie Mode aus den Bergmannsanzügen der Kumpels entwarf Thema.
Die momentane Notwendigkeit große Mengen an Kleidung für Geflüchtete bereit zu stellen, macht deutlich, wie wesentlich passende und selbst gewählte Kleidung unsere Identität eigentlich nach aussen bestimmt und entwirft. Mode dient der Gestaltung menschlicher Oberflächen. Die meisten Menschen fallen durch ihre Kleidung jeden Tag Entscheidungen, welche Identität sie nach aussen zeigen wollen. Damit bestimmt natürlich auch die Art uns zu kleiden wie und wo wir ankommen. Wir entwerfen die Oberfläche unserer Zukunft.

Die Tage der Utopie finden in Kooperation mit dem katholischen Bildungshaus St.Arbogast/Vorarlberg statt und werden in diesem Jahr zum vierten Mal in Norddeutschland gefeiert. Die Kuratoren Michael Schäfer und Friedemann Magaard freuen sich auf spannende Impulsgeber, anregende Künstlerinnen und inspirierende Teilnehmende, die zum Teil aus dem ganzen Bundesgebiet nach Breklum reisen, um den Ort der Utopie zu suchen.

Die Buchungen sind ab sofort möglich. Melden Sie sich unter info@tagederutopie.de oder unter info@christianjensenkolleg.de. Die Teilnahme kostet pro Abend 08,00 Euro und pro Workshop 30,00 Euro (inklusive Mittagessen). Wer möchte, kann im Christian Jensen Kolleg auch übernachten (53,00 mit Frühstück).

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