„Wir müssen reden.“

Predigttagung mit Katholiken und Protestanten

 

Vier Tage lang diskutieren Expertinnen und Experten der beiden großen Kirchen im Christian Jensen Kolleg über die Praxis der Predigt und ihre theoretischen Hintergründe. An einem Abend aber öffnet die Jahrestagung der „Arbeitsgemeinschaft für Homiletik“ die Türen für weitere Interessierte zu einem öffentlichen Vortrag von Professor Paul-Michael Zulehner aus Wien. Sein Referat steht am Montag, 26.09., im Mittelpunkt, wenn die Nordkirche und das Erzbistum zum Empfang nach Breklum laden. Zulehner, einer der ganz großen der Predigtlehre, spricht sich aus „Für eine Kirche, die sich verausgabt“. Das Bibelwort aus 2. Tim 4,2 nimmt er dabei zum Motto und titelt: „Gelegen oder ungelegen – nicht nur gelegentlich“. Im Anschluss an den Vortrag (19.30 Uhr) gibt es Zeit für Begegnungen und Gespräche im Christian Jensen Kolleg.

 

Die gesamte Tagung dauert vom Montag, 26.09., bis Donnerstag, 29.09.. Das Reden-Müssen geht zum Grundgefühl derer, die predigen. Es gibt ja keine alternative: Wenn der Sonntag da ist oder der jeweilige Anlass, wird eine Predigt erwartet, egal, wie ich mich fühle. Die Predigt soll darüber hinaus die treffende Rede sein, gerade in bewegter Zeit. Am Sonntag nach den Anschlägen von Paris im November 2015 gaben Predigten den aufgewühlten Gefühlen Sprache und lösten die Erstarrung. Schließlich erwarten Gemeinden von der Predigt auch das klärende Wort zum Gemeindealltag, wenn das Bibelwort eine neue Perspektive auf die alten Formeln, die alten Feste und auf alte Konflikte werfen muss. Das Reden-Müssen bezieht sich aber auch auf Prediger und Predigerin, die etwas zu sagen haben, die nicht schweigen und nicht schweigen dürfen in Zeiten religiöser Verunsicherung.

 

Neben den konfessionellen Perspektiven, für die der katholische Professor Bernhard Spielberg aus Freiburg und die evangelische Theologin Anne Gidion vom Gottesdienstinstitut der Nordkirche stehen, geht es auch um Predigten „an anderen Orten“, also im Theater, im Slam, in interreligiöser Begegnung und nach Katastrophen. Weitere Höhepunkte sind Vorträge von Petra Bahr („‘Geistersprache‘ _ die Predigt im Resonanzraum der Kultur“) und dem Rostocker Professor Thomas Klie über homiletische Ausbildungspraxis.

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